Fehler in Daten sind ärgerlich. Daher das Interesse an Datenqualität. Doch kann man Datenqualität managen? Ich denke, das geht nur indirekt, über Software- und Prozess-Qualität.
Warum? Das Ziel von Datenqualität sind "richtige" Daten. Das heißt, sie sollen keine Fehler haben. Was ist ein Fehler? Die ISO 9000 sagt: Wenn eine Anforderung nicht erfüllt ist, dann ist das ein Fehler. Also brauchen wir Anforderungen. Aber an was? An die Daten? Wer Datenqualität direkt managen will, stellt sich das so vor. Doch schauen wir mal genauer hin:
Daten sind immer das Ergebnis eines Prozesses: entweder eines manuellen. Das nennen wir dann Geschäftsprozess. Oder eines automatisierten. Das ist ein Software-System.
Also kommt ein Fehler in den Daten immer aus einem fehlerhaften Prozess. Und den muss man reparieren, egal ob Software oder Geschäftsprozess. Dann erzeugt er auch die richtigen Daten.
Ergebnis: (1) JA, Datenqualität kann man managen. (2) NEIN, man kann sie nicht direkt managen. (3) Der Weg zur Datenqualität führt über richtige Prozesse - egal ob manuell oder IT. (4) Daher beginnt DQ mit Anforderungen an Software und Geschäftsprozesse. (5) Wenn alle Anforderungen erfüllt sind, dann stimmen auch die Daten.
Wer DQ direkt managen will, versucht, ein Haus vom Dach her zu bauen. Das ist die falsche Reihenfolge.